Geschichte

Das Raketenartilleriebataillon 32

Zum 1.April 1961 wurde aus der seit dem 1.Oktober bestehenden selbständigen 2.Batterie das Artilleriebataillon 32 in Barme aufgestellt.

Bereits zum 10.April 1961 weist das "neue" Bataillon eine Personalstärke von 223 Soldaten auf. Ende des Jahres 1961 hat das Bataillon bereits eine Stärke von 729 Soldaten. Während die 1. bis 4. Batterie in Barme in der ehemaligen Niedersachsenkaserne ihr "Zuhause" fanden, wurde die 5.Batterie in Beetenbrück bei Walsrode stationiert. Schon nach kurzer Aufstellungsphase musste das Bataillon - noch ohne die avisierten Raketenwerfer " Honest John " - bei einer Stabsrahmenübung erstmals zeigen, was es zu leisten vermag.

Das Jahr 1962 war geprägt durch den Einsatz des Bataillons bei einer Flutkatastrophe an der Nordseeküste und durch die komplette Ausstattung mit dem Raketenwerfer. Dies hatte zur Folge, dass sich das Bataillon ab diesem Zeitpunkt verschiedensten nationalen aber auch NATO-Tests stellen musste. Dank eines sehr guten Ausbildungsstandes wurden dem Bataillon bei diesen Prüfungen zahlreiche Auszeichnungen für hervorragende Leistungen verliehen. Die Zeit ist aber auch am Bataillon nicht spurlos vorüber gegangen. So wurde es im Januar 1963 in Raketenartilleriebataillon 32 umbenannt, was gleichzeitig eine Identifizierung mit dem Waffensystem war und seinen Niederschlag auch im geführten Bataillonswappen fand.

Neben zahlreichen Übungen, Truppenübungsplatzaufenthalten und den bereits erwähnten Tests blieb das Bataillon auch von Umgliederungen nicht verschont. Am entscheidensten war wohl die Umrüstung vom Waffensystem "Honest John" auf den Mehrfachraketenwerfer " 110SF ", welche im Oktober 1970 begann. Die letzte Rakete "Honest John" wurde am 23.November 1979 abgefeuert.

Eine geplante Umrüstung auf das Waffensystem " MARS " erfolgte aufgrund der inzwischen veränderten politischen Lage in Deutschland nicht mehr. Der letzte Schuss aus einem Mehrfachraketenwerfer "110SF" für das Raketenartilleriebataillon 32 wurde am 20.Februar 1992 abgefeuert.

Zum 30.September 1993 wurde das RakArtBtl 32 nach fast 32-jähriger Geschichte außer Dienst gestellt. Der offizielle Auflösungsappell des RakArtBtl 32 und der BeglBttr 3 fand am 5.März 1993 in der Niedersachsenkaserne statt.

Die Begleitbatterie 3

Die Begleitbatterie 3 wurde am 06.04.1961 als 5./Raketenartilleriebataillon 32 in Beetenbrück bei Walsrode aufgestellt.

Die Aufstellung der Begleitbatterien erfolgte im Rahmen der nuklearen Teilhabe der Bundesrepublik Deutschland, der Ausstattung mit nuklearfähigen Waffensystemen und der Bereitstellung sogenannter Sondermunition durch die US – Streitkräfte.

Auftrag der 5./RakArtBtl 32 war die Bewachung der Sondermunition der 3. Panzerdivision im Frieden, die Sicherung, der Transport, die Anschlussversorgung und der Verschuss im Krieg.

Da zu diesem Zeitpunkt das RakArtBtl 32 mit dem schwersten nuklearfähigen Waffensystem der Division, dem Feldraketenwerfer Honest John, ausgestattet war, wurde die Begleitbatterie diesem Bataillon zugeordnet. Die Sicherung und Begleitung der Honest John – Gefechtsköpfe endete mit dem letzten Abschuss am 23.11.1979.

Etwa zeitgleich wurde am 07.01.1961 in Fort Sill, Oklahoma , das 25th Army Missile Detachment aufgestellt, bereits im April 1961 nach Europa verschifft und nahm nach Eintreffen in Beetenbrück seine Aufgabe als Vertreter der Gewahrsamsmacht für Sondermunition wahr.

Die Begleitbatterie war wegen ihres Wach- und Sicherungsauftrages eine für die Artillerie untypische, eher infanteristische Einheit, die mit einer Stärke von ca. 290 Soldaten und 7 Zivilangestellten personell umfangreicher als ein Panzerbataillon war und eine infanteristische Feuerkraft einer Brigade aufwies. Im Einsatz wurde die Batterie durch 2 in Lüneburg stationierte Artilleriespezialzüge für Montage, Feuerleitung und Verschuss von Sondermunition ergänzt ( ArtSpezZg 5./31 für 203mm M110 ; ArtSpezZg ArtRgt 3 für 155mm M109 ). Zusätzlich war die Unterstellung einer Sicherungskompanie des SichBtl der Division vorgesehen.

Am 01.12.1971 übernahm der Kommandeur RakArtBtl 32, Oberstleutnant von Behr, zusammen mit dem Detachmentcommander, Captain Kendeigh, das neu erbaute Sondermunitionslager Dörverden. Am 03.12.1971 verlegten die 5./RakArtBtl 32 und das 25th US Army Missile Detachment ( später: 25th USAFAD ) von Beetenbrück nach Dörverden. Nach der Auflösung der Honest John Batterie (2./RakArtBtl 32) und entsprechender Umgliederung des RakArtBtl 32 wurde die Begleitbatterie zum 01.07.1980 in 4./RakArtBtl 32 umbenannt. Der Auftrag blieb unverändert, beschränkte sich allerdings auf Sondermunition für M 109 und M 110. Mit Einnahme der Artilleriestruktur 85 wurde die Begleitbatterie zum 01.10.1987 aus dem RakArtBtl 32 ausgegliedert, dem ArtRgt 3 unmittelbar unterstellt und als selbständige Einheit in Begleitbatterie 3 umbenannt.

Zum 07.09.1988 wurde das Sondermunitionslager Dörverden geräumt und aufgegeben. Vom 23.01.1989 bis zum 18.12.1989 wurden Wachzüge der BeglBttr 3 und der BeglBttr 11 am AS ( Ammunition Site ) Liebenau zur Unterstützung der BeglBttr 1 eingesetzt. Ab Juni 1989 wurde im Rahmen des Korpsausbildungsverbundes – Begleitdienst Allgemeine Grundausbildung durchgeführt. Von April 1990 bis Juni 1992 verstärkten Wachzüge der BeglBttr 3 am AS Lahn das Nachschubbataillon Sonderwaffen 120, Werlte.

Am 23.01.1992 endete die Zusammenarbeit mit dem 25th USAFAD. Der Kommandeur RakArtBtl 32 leitete den Verabschiedungsappell. Am 05.03.1993 fand in Dörverden der gemeinsame Auflösungsappell von RakArtBtl 32 und BeglBttr 3 statt. Zum 30.06.1993 löste sich die Begleitbatterie 3 auf.